Prolog, Einführung, Beginn, etwas das eben anfängt

Jede Geschichte beginnt mit einem Prolog. Eine Art Einführung. Ein Willkommen der Figuren und eine erste Übersicht ihrer Welt. Wobei ich mit diesem Prolog nur gerade meine Geschichte vorstelle. Es ist keine atemberaubende Geschichte. Es ist auch nichts, wo man sagen könnte dieser Prolog führt euch in eine großartige Welt ein. Hier werdet ihr keine Herr der Ringe Fantasy Saga finden und auch keine 12-reihige „Der Turm“ Story von Stephen King. Meistens wird euch meine Geschichte den Boden unter den Füßen wegziehen. Nicht nur weil sie an manchen Stellen total deprimierend ist, sondern weil sie auch vielleicht langweilig sein kann. Ich führe kein atemberaubendes Leben. Kein Leben wie Indiana Jones. Oder Batman. Ich bin nicht Batman. Kein Superheld und auch kein Milliadär, der über Nacht zu einem wird. Ich bin mehr so der brillentragende Typ Mensch, der sich gerne in Ecke verkriecht und eine Gitarre besitzt auf der ich nicht spielen kann. Ich bin noch nicht so alt. Ich bin Mitte 20. Und ich war nicht auf Weltreise oder habe eine steile Karriere hingelegt. In den meisten Fällen war ich mehr der Typ Mensch, der es gerade so schafft am Abgrund vorbeizurauschen. Am eigenen Abgrund der Gedanken. Denn Gedanken habe ich viele. So viel mehr als mir gut tun. Ich habe keine krasse Familiengeschichte, aber doch ist einiges passiert.Ob das interessant ist, müsst ihr selbst entscheiden. Auf jeden Fall ist es emotional. Die meisten Frauen finden das cool. Die Typen eher nicht. Heimlich vielleicht schon. Ich bin eigentlich ganz nett aufgewachsen. Ganz nett im Sinne von „ich habe keine Familie, die jedes Jahr in den Urlaub fährt“, aber ich war immer viel draußen als Kind. Habe schon früh Geschichten erfunden auf dem Fahrrad und habe dann Freunde auf den Rücksitz meines Tigerfahrrads mitgenommen. Die haben sich die Geschichten angehört, während ich gefahren bin. Mit geschlossenen Augen. Früh habe ich Bilder gemalt und kurze Texte für Filmideen geschrieben. Ich glaube das wollte ich sein wenn ich groß bin. Autor. Regisseur. Ah und Archologe. Historiker vielleicht auch, denn mich hat Geschichte immer sehr fasziniert. Ob es Ägypten war, Rom oder auch die Weltkriege. Gerne habe ich mich mit anderen Welten auseinandergesetzt. Das macht mich aus. Dass ich gerne träume. Von allem möglichen. Und manchmal werde ich traurig, weil ich zu viel träume, aber die Realität im Vergleich so langweilig ist. Als Jugendliche wurde ich wie alle Kinder etwas schwieriger. Zumindest gehörte ich plötzlich zu den Mobbingopfern. Als Grundschulkind hatte ich immer das Gefühl ich konnte über Streitereien stehen. Denn auch wenn ich mich mit meiner besten Freundin tagelang gestritten hatte, lebte ich weiter. Das Darüberstehen habe ich dann mit 12 verloren. Oder mit 11. Mit der neuen Schule. Der neuen Klasse. Die alles verändert hat. Und leider bis heute in meinem Kopf inne wohnt. Denn auf einmal machte es mir noch mehr aus, dass meine Familie weniger Geld hatte. Dass andere mehr Unterstützung bekamen als ich. Auch meine Brüder. Bei mir hatte als Kind immer alles funktioniert. Auch in der Schule. Deswegen konnten sich meine Eltern im guten Gewissen etwas von mir abwenden. Mein Vater kümmerte sich meistens um sich selbst, meine Mutter um meine Brüder, weil beide mit der Schule und ihren Mitmenschen Probleme hatten. Tja und ich bekam diese Probleme auch. Bestimmt in einigen Punkten auch selbst herbeigeführt, aber ich muss auch echt sagen, dass ich ab der 5. Klasse ziemlich fiese Erst-Freunde, später Feinde kennenlernte. Und ich kannte keine Konflikte, die sich nicht lösen ließen. Also wusste ich nicht so wirklich, wie ich damit umgehen sollte. Und das wurde dann das Problem. Ich wollte besser sein, weil ich es in der Grundschule doch geschafft hatte, als eine der wenigen aufs Gymnasium zu kommen. Aber auf dem Gymnasium war ich halt nur noch eine von vielen, die in der Grundschule nicht schlecht gewesen waren. Und es gab ja diejenigen die richtig gut gewesen waren in der Grundschule. Also war ich in der Streberklasse. Billingual. Scheiße wäre das gut geworden, wenn ich mich nicht irgendwann immer schlechter als alle anderen gefühlt hätte. Privat und schulisch. Warum ich mich minderwertiger fühlte? Weil ich nicht mit meinen Eltern in den Urlaub fuhr. Das hatten wir nur einmal getan. An die Nordsee. Darum hatte ich früher schon andere beneidet. Aber es war damals nie so schlimm gewesen, wie es im Gymnasium wurde. Irgendwann wurde mir mal gesagt, ich sei dicker geworden. Und ja ich sprang drauf an. Denn ich kannte so böswillige Konflikte nicht. Dann wurde mir mal die Sporthose und Unterhose von einer angeblichen Freundin vor versammelter Mannschaft runtergezogen. Ab dem Moment wusste ich, dass ich leider von unauffällig in die Schiene Mobbingopfer gefallen war. Dann auch meine peinliche Aktion mit dem Verliebtsein in einen Klassenkameraden. Ich kannte so Gefühle nicht. Und angebliche Freunde halfen mir und machten mich damit eigentlich nur peinlich. Ich wollte diesen Jungen unbedingt beim Wichteln ziehen und habe ihm dann einen Traumfänger geschenkt. Wie peinlich war das denn?Aber meine Mutter fand das eine süße Idee. Und sie hatte auch Recht. Aber 12-jährige Jungs mögen keine süßen Geschenke. Ich denke im Hintergrund war ich die Peinlichkeit in meiner Klasse.Diese Kinder waren doch angeblich alle so schlau mit den guten Noten. Aber sozial waren sie dumm.Einer trat nach mir von hinten gegen meinen Rucksack. Meine Eltern waren weiterhin mit anderen Dingen beschäftigt. Deswegen sahen sie nicht, dass ich weiter abnahm oder Anfang der siebten Klasse schlechter wurde. Irgendwann entwickelte ich eine Angst vor der Schule. Vor der Auseinandersetzung, in der keiner meiner Klassenkameraden wirklich hinter mir stand. Also begann ich irgendwann nicht mehr hinzugehen. Und erst ließ mich meine Mutter daheim bleiben. Klar, sie vermutete anfang nicht diese schlimmen Gründe. Und sie hatte auch genug mit sich selbst zu tun. Denn ihr angeblicher Job, den sie für eine Firma in Duisburg machte, war ein Job, in dem sie verarscht wurde. Sie telefonierte viel und versuchte Produkte zu verkaufen. Sie wollte sich selbstständig machen. Aber sie bekam von diesem Chef jahrelang kein Geld. Und sie konnte sich nicht befreien. Und da waren dann noch immer meine beiden Brüder. Und ach ja mein Vater. Der regelmäßig Wutanfälle bekam. Du kamst heim und hast gefragt, ob du Fernseh schauen darfst. Auf ein Ja folgte 10 Minuten später immer ein wütendes Nein. Einfach so. Weil es ihn plötzlich nervte. Der sie nicht zu lieben schien. Der uns nicht zu lieben schien. Denn er behielt am liebsten sein Gehalt für sich.Und blieb gern zuhause. Und sah Fernsehen und motzte. Wobei wir als Kinder viele Ausflüge zusammen unternommen hatten. Da hatter er wenigstens den Fahrer gespielt. Gerne erinnere ich mich an den Mundenhof, die Vogtsbauernhöfe und die Burgen zurück, die wir alle zusammen besuchten. Und meine Lieblingserinnerung ist die Star Wars Pepsi. Tja, mein Prolog beginnt mit einer Kindheit, die nicht schlecht war. Und das Drama begann, also mein eigenes Drama begann, als ich mit 12 Mobbingopfer wurde und zieht sich bis heute. Heute bin ich 25. Und oft traurig. Unzufrieden. Und werde noch immer von meinen Damönen aus der Kindheit verfolgt. Was traurig ist, denn es hat mir so vieles kapputt gemacht, was mich hätte glücklich machen können. Dies war das Prolog. Es geht bald weiter. Vielleicht habt ihr Bock mehr zu erfahren. Vielleicht auch nicht. Das Ganze mache ich vielleicht auch nur für mich. Als Therapie.Seid gespannt auf Kapitel 1 ...

27.9.17 19:20, kommentieren

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Auf der Stelle treten

Ich denke rückwärts. Die Zeit vorwärts.Wir kollidieren und ich weiß weder ein noch aus. Ich habe mich fest getreten und weiß nicht wie ich mich aus dem Treibsand, der aus meinen eigenen Gedanken besteht, befreien soll. Und weil ich dagegen ankämpfe sinke ich weiter ein. Doch würde Stehen bleiben wirklich helfen? Oder ist das nur beim Treibsand so?Warum mich meine Vergangenheit so blockiert?Weil ich tatsächlich dumm genug bin meine Feinde zu vermissen und zu betrauern, dass ich frühere Freunde verloren habe.Ich verfolge sie auf Facebook, Instagram und überall und beobachte mich selbst wie ich mir meinen eigenen Hass auf mich selbst schaufele.Warum tue ich das? Warum gehe ich freiwillig in das Treibsandgebiet?Weil ich nichts mehr hasse als mein eigenes Leben.Warum? Weil nicht so ist wie ich es mir gewünscht habe.Das ist normal sagen die anderen. Das ist normal, dass es anders wird, als man denkt. Ja, vielleicht ist das so.Aber was wenn man jemanden ein Versprechen gegeben hat und merkt, dass man es bricht und bricht und bricht. Nichts aus seinem Leben macht.Nicht das macht, wofür diese Person immer gekämpft hat.Dann bleibt nur der Hass auf einen selbst.Denn dieses Versprechen war wichtig. Auch für die eigene Person.Und die Jahre vergehen und ich stehe noch immer nur in den Startlöchern um dieses Versprechen einzulösen. Endlich anfangen zu leben und glücklich zu sein. Zufrieden zu sein.Ich bin es aber nicht. Selten hatte ich mehr Geld, aber noch seltener soviel Unzufriedenheit.Ich gab dir, der du starbst ein Versprechen und breche es wieder und wieder.Nicht weil du mir nichts wert bist. Weil ich es mir wohl nicht wert bin.Dafür zu kämpfen würde ich gerne. Doch ich merke wie ich immer wieder den Schwanz einziehe und dann doch das mache, was andere von mir wollen. Warum? Weil ich geliebt werden will und um jeden Preis vermeiden will, dass sich alles von früher wiederholt.Ich lebe in meinem eigenen Traumata. Und das dramatische ist, dass ich das sehr wohl bewusst weiß. Aber nichts dagegen tue.Ich fühle mich allem ausgeliefert. Dabei müsste ich nur aufstehen und mich zusammenreißen und anfangen.Doch dazu fehlt mir immer die Energie. Treibsand-Gefangene zu sein ist anstrengend. Es kreist um einen. Man wird müde. Will schlafen und schaffe es auch heute nicht sich zu befreien.Es ist wie festgebunden zu sein. Wie angeleint zu sein.Und das Herrchen ist der störrische eigene Kopf, der dir sagt, dass du nicht mehr, aber doch mehr verdienst. Aber da ich nichts mache, verdiene ich es nicht. Es ist ein aussichtsloser Kampf. Zumindest fühlt es sich meistens so an. Ich wünsche mir so sehr Energie um alles loszutreten.Um leicht genug zu sein, damit sich der Treibsand-Strom auflöst.Und ich hatte immer gehofft, ich finde sie in anderen Menschen.Am Ende des Tages bin ich doch allein.Und schreibe diesen Text. Und um mich herum tobt ein Sandsturm, weil es heute besonders schlimm ist. Warum ist es heute besonders schlimm?Weil ich merke dass ich mein eigenes Glückes Schmied bin.Doch ich weiß nicht woher ich mein Werkzeug nehmen soll und vor allem wer arbeitet heute noch als Schmied?

4.9.17 16:57, kommentieren